Wie steht es um die Zukunft Europas?

Debatte am Cornelius-Burgh-Gymnasium: Wie steht es um die Zukunft Europas?
Erkelenz. Unter dem Titel „Rechtsdruck in Europa – das Ende der Europäischen Union?“ diskutierten am Freitagvormittag, 19. Juni 2026, Expertinnen und Experten aus Politik und europäischen Institutionen mit Schülerinnen und Schülern aus der Q1 des Cornelius-Burgh-Gymnasiums über aktuelle Herausforderungen für Europa.
Nach der Begrüßung durch die Sozialwissenschaftlehrer*in, Herr Frenzel und Frau Erberich, führten die Schülerinnen und Schüler Anastasia und Julien durch die rund 90-minütige Veranstaltung. Zu den Gästen zählten die Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Sabine Verheyen, der ehemalige Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtags und Gründer der deutsch-französischen Parlamentariergruppe Oliver Keymis, der Europaabgeordnete Daniel Freund sowie Dr. Stephan Lock von der Europäischen Kommission.




Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, welche Auswirkungen der zunehmende Rechtsruck in vielen europäischen Ländern auf die Zukunft der Europäischen Union haben könnte. Die Gäste schilderten übereinstimmend, dass nationalistische und populistische Bewegungen in zahlreichen Mitgliedstaaten an Einfluss gewonnen hätten. Gleichzeitig wurde betont, dass Europa gerade in Zeiten internationaler Krisen auf Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungen angewiesen sei.
Ein weiterer Schwerpunkt war die zunehmende Polarisierung in Politik und Gesellschaft. Die Diskutierenden verwiesen auf den Einfluss sozialer Medien, deren Algorithmen häufig dazu beitrügen, dass Menschen vor allem mit den eigenen Ansichten konfrontiert würden.
Mehrfach wurde die Bedeutung eines respektvollen Dialogs hervorgehoben. Demokratie lebe davon, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, miteinander zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Auch die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich aktiv an der Debatte. Sie stellten Fragen zur europäischen Integration, zur Rolle der sozialen Medien, zur Flüchtlingspolitik sowie zu den Zukunftsperspektiven der Europäischen Union. Dabei wurde deutlich, dass viele Jugendliche die politischen Entwicklungen in Europa aufmerksam verfolgen und sich eine stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse wünschen. Besonders hervorgehoben wurden europäische Austauschprogramme wie Erasmus+, Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen. Diese seien wichtige Möglichkeiten, um Europa im Alltag erlebbar zu machen und ein gemeinsames europäisches Bewusstsein zu stärken.
Zum Abschluss der Veranstaltung richteten alle Gäste einen Appell an die Schülerinnen und Schüler: Demokratie, Freiheit und europäische Zusammenarbeit seien keine Selbstverständlichkeiten. Die Zukunft Europas hänge davon ab, dass sich Menschen
informieren, engagieren und den Dialog miteinander suchen. Nach langanhaltendem Applaus bedankte sich die Schule bei den Gästen für die Diskussion.
In einem anschließenden informellen Austausch hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Fragen persönlich weiterzuführen und mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen.
Text: Marie Rode und Nele Deckers / Fotos & Videos: CBG



